IR

IR

IR ist eine Wüstenlandschaft, bewohnt von einem Karawanenvolk. Seine Natur ist die Bewegung. Ihr Glaube ist, dass nur Bewegung Leben schenken kann. Zukunft und Alltag sind fest in den Traditionen der Sippe verankert. Der Weg ist das Gesetz.

Das Leben ist eine Brücke, über die das Karawanenvolk hinweg schreitet. Die Sippe hat keine Wohnstätte. Die Kinder werden meilenweit getragen, ehe sie selbst zu laufen beginnen. Am Ende der Reise ist der Mensch der Weg geworden und ist nicht mehr der Wanderer. Das Gehen ist somit die Wiedergutmachung zum Kreis, das Kultsymbol des ewigen Marsches. Die Kreiszepter sind die Schamanen, die Gut und Böse, Bewegung und Starrheit, Kreis und Dreieck in der Glaubenswelt des Volkes beherrschen. Die ewige Migration, geführt durch den Stammes-Spirit geht immer voran ... meilenweit ... wie Heerzüge von Ameisen. Zeit und Wegstrecke wird zu einem Parameter, der das Leben beherrscht.

 

Kommentar

"Es ist eine Welt, wo eine in sich verschmelzende Bindung unter den Menschen herrscht. Man hat noch keine eigene Identität ... jeder verliert sich in den Anderen. Tahayis handelt wie wir es in unserer frühkindliche Phase wagen mussten ... die Loslösung von der nährenden Welt."

"Der Name unseres Helden ist eine Anagramm: "Siyahat" kommt aus dem Sufi-Orden und bedeutet Rhythmus des Gehens oder Irrens. Unser Graphikdesigner hat diesen Künstlernamen übernommen. Und wir fanden es sehr lustig, dass unser Helden Tahayis ein reales Lebewesen in unserem Jahrhundert geworden ist."

"In den Prolog IR hat Günter Kern schon sehr früh in der Entstehung des Albums unterschiedliche Musikthemen des Werkes eingebettet. So enthält der Beginn schon das Ende der Geschichte."

"Am Stück Après und pas haben wir sehr lange herumgedoktert. Es gibt auch unterschiedliche Versionen davon. Eine Variante haben wir sogar im Tonstudio von Andreas Schorpp aufgenommen. Und die Live-Version wird sichauch wieder anders gestalten. Auf jeden Fall eine schwere Geburt!"

"Im Text von L'arbre de l'arret werden die Symbole der Welt IR und RE angedeutet. In der Nacht erkennt Tahayis das Dreieck in dem Firmament (Symbol von RE). Er spürt sein ungewisses Schicksal des großen Kreises kommen. Im Symbol des Kreises gibt es kein Anfang und keine Ende. Jeder Punkt ist gleich entfernt vom Mittelpunkt, vom Zentrum. Der Kreis ist ein Symbol für Ganzheit, Ausgewogenheit und Kosmos. Solange Menschen leben, solange sind sie vom Kreissymbol fasziniert. Der Kreis ist die Grundlage für den Aufbau von Nomadenzelten und –lagern. Er symbolisiert damit das Dynamische und endlos in Bewegung Befindliche im Gegensatz zum Quadrat von Häusern, Feldern, und Städten der Ackerbau treibenden und sesshaften Menschen."

"Von L'arbre de l'arret gibt es auch unter dem Titel L'arbre eine unplugged-Version auf unserer CD Signe de vie."

"Die orange und gelbe graphische Darstellung von IR akzentuiert die innere Zerrissenheit des Helden. Die aufsteigende Wärme, die endlose Wüste, der ewige Marsch und der gespaltene Baum sind Sinnbilder für die innere Entfremdung und für die bevorstehende Entscheidung."

"In den letzten zwei Instrumentalstücken von IR überwiegt eine psychedelische Grundstimmung, die von Josef Held am Saxofon unterstützt wird. Das Thema Geburt und die frühkindliche Bindung ist und bleibt ein unfassbares Mysterium."